[Autorenvorstellung] Interview mit Julian Kappler

Vor einiger Zeit durfte ich bereits das erste Buch der “Die Steine der Götter”-Reihe von Julian Kappler rezensieren, und war trotz ein paar Kleinigkeiten, ziemlich begeistert von der Welt, die Julian hier erschaffen hat. Um euch den sympathischen Autor etwas näher zu bringen und euch Lust auf seine Bücher zu machen, durfte er mir in einem Interview Rede und Antwort stehen. Mit lustigen und interessanten Antworten, bringt er uns sein Leben als Autor etwas näher und vielleicht, macht es ja neugierig auf “Die Steine der Götter”.

Hier gibt es bestimmt viele, die dich noch nicht kennen. Magst du dich vielleicht kurz vorstellen?

Ja, ich nutze sehr gerne die Gelegenheit, mich hier auf deinem schönen Blog kurz vorzustellen: Ich bin Julian, 35 Jahre alt, glücklich verheiratet, Vater von zwei wundervollen kleinen Jungs und wohne im schönen Hamburg. Hauptberuflich bin ich Softwareentwickler, aber in der Freizeit Indieautor bzw. Selfpublisher mit Leib und Seele. Der erste Band meiner Fantasy-Reihe “Die Steine der Götter” ist im Sommer 2016 erschienen. Der zweite Band im Juli 2017 und am 16. Juni 2018 kommt der dritte und vorletzte Teil.

Wie bist du denn zum Schreiben gekommen und woher nimmst du deine Ideen?

Das könnte jetzt eine längere Antwort werden. Sorry! Irgendwie kreativ veranlagt war ich wahrscheinlich schon immer. Zu Schulzeiten hatten wir z.B. in unserer Freizeit zwei oder drei kleine Filmprojekte gedreht – aus reinem Spaß an der Freude. „Schauspieler“ war eigentlich jeder im Freundeskreis, aber die Drehbücher waren immer aus meiner Feder.
Dann hatten wir damals in einer Gruppe mit vier bis fünf Freunden mit Begeisterung ein Pen-&Paper-Rollenspiel gespielt. Manch einer spielt diese Spiele eher als taktisches und strategisches Würfelspiel und andere wollen einfach gemeinsam eine fantastische Geschichte ähnlich wie ein gutes Fantasybuch erleben. Meine Freunde und ich gehörten eher zur zweiten Fraktion. Dabei verkörpert jeder Spieler einen Protagonisten in dem Abenteuer. Die Ausnahme ist der sogenannte Meister, der stattdessen die Rahmenhandlung, Gegner, Rätsel, Nebenfiguren usw. verantwortet. Hier gibt es wiederrum zwei Varianten: Man kann sich die Abenteuer und diverse Boxen mit zusätzlichen Regeln, Städten, Kreaturen, Waffen kaufen. In dem Fall liest der Meister einfach aus dem gekauften Abenteuer vor und moderiert die Runde. Die zweite Variante ist, dass der Meister selbst kreativ wird und sich ein Abenteuer für seine Spieler ausdenkt – so war es auch bei uns. Für uns haben die Regeln also nur einen ganz groben Rahmen z.B. für Kämpfe abgesteckt und die Fantasie stand im Vordergrund.
Ahnt man langsam den Zusammenhang zur Schreiberei und meinen Ideen? Ich habe vor ca. zehn Jahren als Meister ein tatsächlich sehr episches Abenteuer für meine Spieler entworfen. Man kann es sich so vorstellen, dass wir über zwei oder drei Jahre mehrmals im Monat abends zusammensaßen. D.h. wenn wir für Samstagabend verabredet waren, habe ich schon am Freitag ein oder zwei Stunden investiert, um kleine Dinge wie Textschnipsel vorzubereiten, also zu schreiben. Irgendwann war dann das große Abenteuer zu Ende und die Texte sind als unsortierte, wirre Word-Dokumente jahrelang auf meiner Festplatte verstaubt. Diese Jahre kam mir bzw. der Runde dann immer mal der Gedanke: „Eigentlich ist das doch fast schon ein Buch.“ Als ich mich dann tatsächlich an die Arbeit gemacht hatte, merkte ich: 1. Es war noch sehr viel Arbeit bis zum Buch. 2. Es würde nicht ein Buch werden, sondern eine ganze Reihe. 3. Ich muss verrückt gewesen sein, mit dem Projekt angefangen zu haben. 4. Aufzuhören wäre aber noch verrückter …

Wenn du mal nicht schreibst, was machst du dann in deiner Freizeit?

Meine Jungs sind 10 Monate und 4 Jahre, ich arbeite noch im Hauptberuf und verstehe deine Frage nicht. Nur Spaß! Das zeitintensivste Hobby ist natürlich das Schreiben und alles drumherum, z.B. meine Autoren-Page bei Facebook und Instagram pflegen, dieses Interview, … Am wichtigsten finde ich aber noch vor Schreiben und Hauptberuf, viel schöne Zeit mit der Familie zu verbringen – egal ob Planschbecken, Spielplatz oder größere Ausflüge. Was ich mache, wenn ich Zeit für mich alleine habe und nicht schreibe, ist im Moment überschaubar: Ich versuche, wenigstens einmal die Woche zum Sport zu kommen. Und ich lese selber auch gerne, wenn noch Zeit dafür da ist. Spätabends mal eine gute Serie mit meiner Frau schauen oder mit Freunden treffen zählt wohl auch in die Kategorie Freizeit.

Mit welcher Person aus „Die Steine der Götter” kannst du dich denn am besten identifizieren? Warum?

Das ist jetzt eine etwas schwere Frage. Ich selber finde mich tatsächlich nicht wirklich in einem speziellen Protagonisten wieder. Dafür kann ich dir nennen, wer mir am sympathischsten ist: Das ist relativ eindeutig Gero. Ich mag seinen Optimus, seine fast immer gute Laune und wie er immer tapfer an der Seite seiner Gefährten steht. Die Tatsache, dass er manchmal ein wenig naiv ist und nicht denselben Bildungshintergrund hat, wie die anderen, verzeihe ich da gerne. Ganz im Gegenteil mag ich in Büchern Helden, die grundsätzlich alle positiven Eigenschaften auf sich vereinen einfach nicht leiden.

Hast du bei Schreiben einen Lieblingsplatz?

Hier im Dachgeschosszimmer habe ich es sehr schön. PC, Maus, Tastatur, großer Bildschirm, schöner Ausblick und an der Wand hängt eine Weltkarte von Solandien, der Welt in der meine Bücher spielen, im Posterformat. Aber ich kann auch mal auf dem Handy mit schlafendem Baby in der Trage schreiben.

“Die Steine der Götter“ ist ja ziemlich komplex aufgebaut, plottest du im vorhinein alles immer genau durch, oder lässt du auch mal der Spontanität freien Lauf?

Hier wären wir wieder bei meiner langen Antwort auf die zweite Frage. Einen gewissen Plot gibt es im Fall meiner Bücher schon aufgrund des vorhandenen Rahmens. Je weiter meiner Reihe fortschreitet, desto mehr habe ich das Gefühl, dass die Hauptfiguren und auch Nebenfiguren “lebendig” werden und dann sprudelt die spontane Kreativität. Trotzdem habe ich die verschiedenen Handlungsfäden etc. ganz gut im Griff, denke ich.
Nach ungefähr der Hälfte von dem dritten Band, Götterfrost, ist der Pfad aus dem alten Rollenspiel-Abenteuer dann tatsächlich vollständig verlassen. Aber auch im Verlauf der ersten beiden Bänder entfernt sich das im Buch immer weiter von dem Abenteuer von damals.

Was war es für ein Gefühl, das erste Exemplar des 1. eigenen Buches in den Händen zu halten?

Schön, aber gar nicht so besonders, wie man vielleicht denken könnte. Das Gefühl so richtig und wirklich ein “echtes” Buch geschrieben zu haben, kam tatsächlich erst, als ich in den Verkaufsstatistiken sehen konnte, dass deutlich mehr Leute mein Buch kaufen, als ich Freunde und Bekannte habe … und als die ersten Rezensionen kamen. Und als mir mehrfach gesagt wurde, ich muss(!) den zweiten Teil schreiben.

Hast du Vorbilder beim Schreiben, wenn ja, welche?

Kein Vorbild in dem Sinne, dass ich genauso wie jemand anders schreiben können möchte. Ich denke, ich habe und finde meinen eigenen Stil, was gut so ist. Aber trotzdem gibt es einige Autoren, die sehr gute Bücher geschrieben haben und mich somit sicherlich auch inspiriert: Alexey Pehov, Markus Heitz, J.R.R. Tolkien, Richard Schwartz, George R.R. Martin fallen mir spontan im Bereich Fantasy ein. Ansonsten erwähne ich hier gerne noch Frank Schätzing und Isaac Asimov. Je mehr ich nachdenke, desto mehr Namen kommen dazu, aber das waren jetzt spontan die ersten.

Arbeitest du gerade nur an „Die Steine der Götter“ oder hast du auch nebenbei noch ein Buchprojekt laufen?

Eigentlich gibt es da nur die Reihe “Die Steine der Götter”, was mich schriftstellerisch ja auch bis Somme 2019 auslasten sollte.
Als ich eine Weile meinem ältesten Sohn dieselbe erfundene Gutenachtgeschichte täglich erzählen sollte, wäre fast ein Kinderbuch entstanden. Allerdings nicht zum Veröffentlichen, sondern zum Privatgebrauch. Aber weil dann doch wieder andere Geschichten spannender wurden, liegt das Projekt jetzt halbfertig auf Eis.

Vielen Dank lieber Julian für das tolle Interview! Ich bin schon neugierig auf die weiteren Teile von “Die Steine der Götter” und wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

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