[Rezension] Tiefseeherz – Johanna Rau

Klappentext:

Schon der erste Blick in Jacks meeresblaue Augen lässt Lizzies Herz höher schlagen. Doch sie kann die Zeit mit ihm nicht richtig genießen, denn in dem kleinen Küstenort Lavender verschwinden immer wieder Menschen spurlos – und Lizzie wird das Gefühl nicht los, dass Jack etwas damit zu tun hat. Kann sie ihm überhaupt vertrauen? Als ihre beste Freundin Sophie verschwindet, stellt Lizzie Jack zur Rede. Das Geheimnis, das er ihr offenbart, stellt ihr Leben auf den Kopf. Ist ihre Liebe zum Scheitern verurteilt?

Meine Meinung:

Durch Zufall habe ich Tiefseeherz auf Instagram entdeckt und da ich Geschichten über das Meer und seine Bewohner liebe, hat mich das Buch von Johanna Rau sofort angesprochen hat. Vielen Lieben Dank an NetGalley und den Thienemann-Esslinger Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

(c) Thienemann-Esslinger Verlag

Das Cover finde ich wunderbar gestaltet und einfach perfekt passend für die Geschichte. Der blaue Farbverlauf spiegelt das Meer wider und auch das Gesicht des jungen Mädchens, finde ich toll für Lizzie. Sehr gut gefallen mir auch die geschwungenen Ornamente um den Titel, die das Gefühl einer stürmischen See nochmals sehr gut vermitteln.

»Das kann nicht wahr sein«, meldete sich dann doch mein gesunder Menschenverstand zu Wort. Jetzt sieht Jack zum ersten Mal auf. Sein Blick ist schon fast etwas spöttisch.
»Na ja, ihr Menschen habt irgendwann angefangen, nur noch an das zu glauben was ihr sehen und erklären könnt. Das heißt aber nicht zwangsläufig, dass all die Mythen und Geschichten weniger wahr sind.«

Lizzie fühlt sich schon seit ihrer Kindheit stark mit dem Meer verbunden. Durch das Schwimmen, kann die diese Verbundenheit ausleben und und Eins mit dem Element werden, nach dem sie sich so sehr sehnt. Besonders Jack, mit seinen meerblauen Augen, scheint dieses Verlangen mehr als jeder andere zu verstehen. Doch ihr unbekümmertes Leben nimmt einen Abbruch, als immer wieder Menschen aus ihrem kleinen Küstenort spurlos verschwinden. Als Lizzie selbst beginnt Nachforschungen anzustellen, wird ihr jedoch schnell klar, dass Jack viel mehr weiß, als er preisgibt und ein großes Geheimnis hat.
Lizzie ist ein taffes junges Mädchen, das jede Menge Action in die Geschichte bringt. Zwar kann sie hin und wieder ziemlich störrisch und aufmüpfig sein, doch diese Charakterzüge passen zu ihr und ihren Handlungen. Es macht sie authentisch und verleiht ihr eine Tiefe, die ich mir von Protagonisten wünsche. Ihr neugierige und wissbegierige Art gefiel mir sehr gut und auch ihr starker Wille imponierte mir sehr. Lizzie war mir schnell sehr sympathisch, da ich ihre Verbundenheit zum Meer nachvollziehen konnte und auch ihre Wandlung sehr nachvollziehbar und wunderbar ausgearbeitet fand. Auch mit ihrem Hang zu Büchern und ihr Interesse an Biologie, sammelte sie eine Menge Pluspunkte bei mir, da ich mich hier einfach vollkommen mit ihr identifizieren konnte.
Wie Lizzie, war auch Jack mir schnell sympathisch, doch hatte ich bei ihm immer eher das Bild eines älteren jungen Mannes im Kopf. Hin und wieder war es daher komisch, ihn und Lizzie miteinander zu erleben, da beide doch so unterschiedlich reif wirkten. Er wirkt sehr gelassen und kontrolliert und steht dadurch im Kontrast zu dem jungen Mädchen. Seine Geschichte und auch seine Freunde und Familie fand ich unheimlich interessant und gut ausgearbeitet und konnten mich wirklich völlig für sich gewinnen.

Mit ihrem jugendlich frischem und einfachen Schreibstil, ließ mich Johanna Rau schnell in der Geschichte versinken. Als absoluter Arielle-Fan konnte mich die Handlung und die Ausarbeitung total überzeugen und tief gefangen nehmen. Zwar wirkt die Beziehung der Protagonisten, durch ihre unterschiedliche Reife etwas unrealistisch, aber die Persönlichkeit der Beiden gefiel mir sehr gut. Sie waren durchwegs authentisch und blieben sich treu, wodurch ich ihnen schnell verfallen war. Johanna schaffte es, einen nachvollziehbaren Spannungsbogen entstehen zu lassen, der sich durch das gesamte Buch zog und mich von einer Seite zur andern mitfiebern ließ. Auch mit ihrem einzigartigen Humor und den noch besseren Vergleichen, zauberte mir die Autorin immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht und sorgte so dafür, das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.

Mit lebhaften Beschreibungen und einer interessanten Handlung, schaffte Johanna Rau ein tolles Debüt, das mich echt für sich gewinnen konnte. Zwar konnte ich der Beziehung der Protagonisten nicht ganz so viel abgewinnen, aber besonders Jack fand ich einen wahnsinnig spannenden Charakter. Eine wirklich tolle Geschichte, die bestimmt jeden Meer-Fan begeistern kann.

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