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[Rezension] Mentira: Stadt der Lügen – Christina Hiemer

 

Klappentext:

In einer Welt, in der die Wahrheit alles ist, was zählt, kann eine einzige Lüge alles verändern.

Seit Melia denken kann, ist Lügen in Mentira streng verboten. Doch außerhalb der Stadtmauern liegt eine Welt, in der die Wahrheit kein Gewicht hat. Als Melia einen wichtigen Auftrag bekommt, gerät das Vertrauen in ihre Schwesternschaft immer mehr ins Wanken. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und flieht. In Sombra, der Schattenstadt, erhofft sie sich endlich die Antworten zu finden, die sie in Mentira vergeblich gesucht hat.

Doch die fremde Stadt birgt ein dunkles Geheimnis. Niemand spricht über die Dunkelheit, die die Menschen befällt und ihnen jegliches Gewissen raubt. Wird Melia den Schatten der Stadt entkommen, oder wird auch ihre reine Seele der dunklen Seite zum Opfer fallen?

Meine Meinung:

Wie sehr ich mich auf dieses Buch gefreut habe! Als ziemlicher Dystopie-Suchti, war “Mentira – Stadt der Lügen” für mich ein absolutes Muss und ich freue mich sehr, dass ich das Buch vom Verlag zur Verfügung gestellt bekommen habe. Vielen Dank!

(c) Hawkify Books

Düster und geheimnisvoll. Mit der dunklen Gestaltung des Covers konnte das Buch schon auf den ersten Blick bei mir punkten. Ich liebe das leuchtende Feuer, das in der der Stadt wütet und sich auch am unteren Rand des Buches fortsetzt. Auch die Schrift finde ich absolut passend gewählt und sehr harmonisch im Zusammenhang mit den anderen Cover-Elementen.

Jahrelang hatte ich mich in der hohen Schule abgemüht, um ein vollwertiges Mitglied  der Ruína zu werden. Doch bereits während der Ausbildung stellte ich fest, dass ich öfter als andere aneckte. Ich wusste nicht, wieso, aber ich fühlte mich oftmals wie das Haar in der Suppe. Man aß die Suppe zwar, aber der gute Geschmack war mit dem Fund verloren.

Melia ist eine Übersetzerin. Eine Position, die sie eigentlich zu etwas Besonderem macht, da Übersetzer in Mentira selten sind, doch gehörte sie nie wirklich zu den anderen. Nie wurde sie als vollwertiges Mitglied anerkannt. Schon immer fühlte sie sich anders, sie machte Fehler, die in ihrer Gesellschaft verpönt sind und stellte Fragen, die ihr niemand beantworten wollte. Schikaniert von ihrer Ausbilderin und von den anderen Schwestern ignoriert, sehnt sich die junge Frau nach mehr. Sie will nicht glauben, dass Mentira das einzige ist und möchte erfahren, was sich hinter den Mauern, der Stadt, in der das Lügen verboten ist, verbirgt.
Die freiheitsliebende Melia war mir sofort absolut sympathisch, was nicht nur auf ihren freien Geist zurückzuführen ist, sondern vor allem auf ihre Stärke, Mut und Loyalität. Sie ist eine inspirierende Protagonistin, die zwar ihre Fehler macht, doch dabei nie Gewissenlos wird. Jede ihrer Handlungen wirkt absolut authentisch und erwachsen, wodurch man ihr sehr nahe kommt. Ihr gutes Herz spiegelt sich in jeder Handlung wider und ihr Mitgefühl für andere, egal ob Freund oder Feind, ist einfach bemerkenswert.
Neben Melia konnten noch ein paar weitere Charaktere mein Herz erobern, allen voran Kilian. Der Soberano von Sombra, hat mich mit seiner einschüchternden, aber dennoch charmanten Art sofort fasziniert und ich wollte mehr über ihn erfahren. Seine Entwicklung und vor allem seine Vergangenheit, haben mich sehr bewegt und konnten seine distanzierte und nach außen hin kalte Art sehr gut erklären. Es viel mir leicht mich in ihn hinein zu versetzen und die Beweggründe seiner Handlungen zu verstehen. Als Spielfigur seines Vaters, dem er es eigentlich immer nur recht machen will, hat er es alles andere als leicht und ich hoffe wirklich, dass auch er noch seinen wahren Platz findet.

»Weißt du Ruby, Schatten kann vieles bedeuten. Ich habe schon oft gehört, dass Sombra die Stadt allen Übels ist und die Menschen dort durch und durch böse sind, aber wenn ich ehrlich bin, sind die meisten Menschen dort liebenswürdig und aufrichtig. Wir alle tragen einen Funken Böses in uns. Das allein ist nichts Verwerfliches. Aber nicht alle Schatten sind böse, und das ist es, was die meisten nicht verstehen. Es ist nur ein Name, ob es Realität ist oder nicht, das entscheiden wir allein.«

Mit ihrem einfachen und flüssigen Schreibstil, konnte Christina Hiemer mich von der ersten Seite an für sich und ihre Geschichte gewinnen und vor allem meine Neugierde wecken. Ich wollte mehr über die Geheimnisse und Intrigen in Mentira und Sombra erfahren und endlich, hinter die Fassade von alledem blicken. Dadurch brach die Spannung zu keiner Sekunde ab, was auch den vielschichtigen Charakteren geschuldet ist. Trotz ihrer Andersartigkeit, ergänzen sie sich perfekt und lassen jede Menge Raum für Spekulationen. Immer wieder schafften sie es mich zu verunsichern oder meine Gedanken über den Haufen zu werfen, was das Interesse nur noch mehr weckte. Bei manchen Charakteren hatte ich mir jedoch etwas mehr Tiefgründigkeit gewünscht, um sie mir noch näher zu bringen und sie besser verstehen zu können.
Die lebhaften Beschreibungen, die das Buch perfekt abrunden, tragen zusätzlich zum Lesevergnügen bei, da sie einzelne Szenen noch realistischer und greifbarer machen. Was mir jedoch besonders gefallen hat, war der Aspekt, dass das Buch zum nachdenken anregt. Es zeigt, dass auch in der vermeintlichen Dunkelheit nicht nur Böses steckt und nicht alles nur Schwarz oder Weiß ist.

“Mentira – Stadt der Lügen” ist für mich ein wundervoller und spannender Auftakt, der zwar noch etwas Luft nach oben lässt, aber den Leser in ein großes Abenteuer wirft. Eine starke Protagonistin und weitere vielschichtige Charaktere zusammen mit einer dynamischen Weltgestaltung, lassen einen nur so durch die Seiten fliegen und ich bin mega gespannt, mit was uns Christina noch überraschen wird!

Ein Kommentar

  • Christina Hiemer

    Ohhh♡
    Vielen lieben Dank für dieses großartige Lob 🙂
    Ich freue mich riesig, dass dir mein Debütroman gefallen hat und bin sehr gespannt ob ich dich auch mit dem 2. Band wieder überzeugen kann 🙂

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