[Rezension] Lenara: Der Geschmack des Blutes – Dominique Heidenreich

 

Klappentext:

Lenara dachte, sie hätte ihr Leben endlich im Griff. Ihr Viertel in St. Louis ist nicht das beste, ihre Arbeit als Kellnerin in einem Stripclub bringt nicht viel ein. Aber sie hat eine Wohnung und einen Job. Doch ihre Versuche ein normales Leben zu führen, werden schlagartig zunichtegemacht, als Dämonen sie angreifen und ein Gargoyle ihr das Leben rettet. Lenara gerät zwischen die Fronten eines jahrhundertelangen Krieges und muss sich entscheiden, wem sie wirklich vertrauen kann. Eine Geschichte über Vertrauen, Liebe und einer unerwarteten Freundschaft. Inmitten eines Krieges zwischen Gut und Böse, wird der Kampf um Lenaras Leben, auf mehr als nur einer Front, ausgetragen.

Meine Meinung:

(c) Dominique Heidenreich

Wenn der SuB von Monat zu Monat wächst, verliert man einfach irgendwann völlig den Überblick und weiß nicht mal, welche Schätze sich in ihm verbergen. So ging es mir vor kurzer Zeit mit dem ersten Teil von Lenara von Dominique Heidenreich, der leider viel zu lange darauf warten musste gelesen zu werden. Wie konnte ich nur so lange warten!

Mittlerweile wisst ihr ja bestimmt das reale Gesichter auf Covern und ich ein etwa schwieriges Verhältnis zueinander haben, doch hier stimmt einfach alles! Das abgebildete Mädchen ist einfach wunderschön und passt hervorragend zu Lenara. Die unterschiedlichen Farben der Augen und die steinerne Pigmentierung der Haut wecken sofort das Interesse und nehmen, sowie auch die abgebildete Burg, Bezug auf die Story. Auch die Farbgebung des Covers finde ich hervorragend gewählt. Die warmen Orange- und Gelbtöne erzeugen eine tolle Wirkung und machen das Cover so zu einem richtigen Hingucker.

»Du musst aufhören, auf den Helden in schimmernder Rüstung zu warten. Greif selbst nach dem Schwert und finde den verdammten Kerl! Fang endlich an, zu kämpfen! Es ist dein Leben! Niemand hat das Recht, dir vorzuschreiben, wie du es zu leben hast. Wie du zu sein hast. Niemand!«

Lenara war schon immer anders. Eine Absonderlichkeit, die nirgends wirklich dazu zu passen schien und sich nichts sehnlicher wünschte, als endlich ein geordnetes Leben zu führen. Als dies endlich in greifbare Nähe rutscht und langsam die Normalität einkehrt, reißt eine schicksalhafte Begegnung sie jedoch aus diesem Traum. Plötzlich trachten ihr Dämonen nach dem Leben und einzig ein Gargoyle scheint ihre Rettung zu sein. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen und ihr Leben in seine Hände legen? 
Lenara ist eine Protagonistin zu der man schnell eine starke Verbindung aufbaut. Man fühlt sich in ihre Situation hinein, versteht ihre Verzweiflung und wird sofort neugierig auf ihre Geschichte. Trotz ihres Mutes zeigt sich auch immer wieder ihre schwache Seite, die sie menschlich und nahbar macht und so ein besonderes Verhältnis zu ihr erzeugt. Obwohl sie alles andere als eine Kämpferin ist, wächst sie immer wieder über sich hinaus und ist dabei selbst von sich überrascht. Dies entwickelte sich schrittweise, was mir wirklich sehr gut gefiel, da sie dadurch sehr realistisch wirkte und absolut nachvollziehbar war. 
Zu Dan hatte ich, wohl auch wie Lenara, eine gewisse Hass-Liebe. Seine wechselhafte Art macht es einem schwer ihn einzuschätzen und so fiel es mir schwer “warm” mit ihm zu werden. Einerseits lässt er immer wieder seine fürsorgliche Seite durchblicken, doch auf der anderen Seite ist er komplett kalt und unnahbar. Auf jedenfalls ein interessanter Charakter der Lust auf mehr macht. 
Wirklich angetan hat es mir dagegen Rack. Seine Loyalität und seine Vorgeschichte zogen mich sofort in den Bann. Racks Verhalten gegenüber Lenara und auch ihre Beziehung, ist das komplette Gegenteil von der zu Dan und erzeugt so einen Kontrast, der die Geschichte immer wieder belebt und ihr so ein besonderes Etwas verleiht. 

Trotz des abrupten Einstiegs in die Geschichte, schaffte es Dominique Heidenreich mit ihrem flüssigen und leichten Schreibstil, das ich mich sofort in Lenaras Geschichte zu Hause fühlte und das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mittels lebhafter Beschreibungen, erweckt die Autorin Gargoyles, Werwölfe, Dämonen und deren Umgebung zum Leben und erschafft eine Welt, in die man tief eintauchen kann. Besonders die Ausarbeitung der Charaktere gefiel mir sehr gut, da man hier sofort merkt wie viel Wert darauf gelegt wurde, jedem einzelnen eine Geschichte zu geben und ihn so realistisch zu machen. Man fühlt sich ihnen nahe, liebt oder hasst sie und bekommt so einen starken Bezug zu ihnen. 
Dies alles im Zusammenspiel mit den dynamischen Dialogen, erzeugte eine Atmosphäre in der die Spannung nie zu kurz kommt und die, den Leser immer wieder sprachlos macht oder Fragen aufwirft. 

Mystisch, spannend und mit jeder Menge Emotionen, konnte mich die Geschichte wirklich völlig von sich begeistern und für sich gewinnen. Ein absolut gelungener Einstig in eine Reihe, die ich jedem Fantasy-Fan empfehlen kann. Ich freue mich schon die weiteren Teile zu lesen! 

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