[Rezension] Das gleißende Band – Irene Euler

Klappentext:

Ein Wintersturm bringt Leovel in eine teuflische Klemme: Aus purem Zufall zieht sie die Thronerbin ihrer Erzfeinde aus dem Schnee und rettet ihr damit das Leben.
Nun besteht ein gleißendes Band zwischen Leovel und dem Mädchen – stirbt eine von ihnen, reißt sie die andere mit in den Tod.
Der Zauber wird sich erst lösen, wenn Leovel herausfindet, wer das Mädchen töten will.
Als feindliche Schwertkämpferin ist Leovel im fremden Hofstaat Verdächtige, Gejagte und Jägerin zugleich. Umschlossen von einer Mauer aus Misstrauen muss sie sich mit einem verbrecherischen Magier einlassen, um einen ersten Hinweis auf die Verschwörer zu erlangen.

Meine Meinung:

Unverhofft kommt oft, kann man bei diesem Schätzchen aus dem Drachenmond Verlag sagen. Denn ich hatte Das gleißende Band gar nicht wirklich auf dem Schirm, obwohl es mein Coverherz höher schlagen lässt. Durch Zufall, habe ich es jedoch auf Lovelybooks entdeckt und durfte auch gleich an der Leserunde zum Buch teilnehmen. Vielen Dank an Irene Euler und den Drachenmond Verlag, für die Bereitstellung eines Leseexemplars!

Auch wenn das Cover in gedeckten Farben gehalten ist, finde ich es wunderschön und vollkommen harmonisch. Die dunklen Farben lassen das Schwert, um welches das Band geschlungen ist perfekt in den Vordergrund treten und so zu einem Blickfang werden. Sehr schön finde ich die Schlichtheit der Waffe, die so perfekt zu der von Leovel aus dem Buch passt.

(c) Drachenmond Verlag

»Also ist es die reinste Sackgasse.« Leovel ließ sich auf ein Sofa fallen, streckte sich aus und legte die Stiefel auf die Armlehne.

Diris wurde blass. »Meine Güte, du hast recht. Wenn ein Angreifer es bisher schafft, sitzen wir in der Falle. Gibt es denn überhaupt keine sicheren Räume?«

»Nein«, gähnte Leovel. »Nicht für jemanden, der umgebracht werden soll.«

Als die junge Leovel sich bei einem Schneesturm an der Grenze verirrt und dabei in das Land ihrer Feinde gerät, steckt sie mächtig in der Klemme. Sie befindet sich nicht nur auf feindlichem Gebiet, sondern rettet auch noch ungewollt der Thronerbin das Leben. Von nun an, mit einem gleißenden Band verbunden, muss Leovel ihr eigenes und das Leben der Knospe schützen und die Feinde des Mädchens aufdecken. Gefangen inmitten ihrer Kontrahenten, die in ihre eine große Gefahr sehen, muss sie sich auf einen, der von ihr verabscheuten Magier einlassen, um so nicht nur das Leben der Erbin, sondern auch ihr eigenes zu Retten.
Leovel ist ein ganz besonderer Charakter. Ihre spezielle Art, machte es mir in den ersten Kapiteln sehr schwer mich in die Geschichte einzufinden und flüssig voran zu kommen. Nach einiger Zeit, kam ich mit ihrem mürrischen und launischen Wesen jedoch sehr gut zurecht und ich fand es erfrischend, mal eine “andere” Protagonistin begleiten zu dürfen. Als Durbanter Schwerttochter hatte Leovel bisher kein einfaches Leben, was bestimmt auch ihr resolutes und selbstbewusstes Auftreten erklärt. Sie weiß was sie tut und ist zu jeder Sekunde vollkommen von sich überzeugt. Ihr Misstrauen gegenüber jedem, übertrug sich auch auf mich und so, musste auch ich, jeden Schachzug der Charaktere hinterfragen. Leovel schlagfertige Antworten passen perfekt zu ihrem restlichen Auftreten und obwohl, die Situationen oftmals zum Haare raufen sind, bleibt sich die junge Frau zu jeder Zeit treu.
Auch wenn Leovel bestimmt der Charakter im Buch ist, der mich schlussendlich am meisten beeindrucken konnte, möchte ich auch noch ein paar Worte über den Magier Jorost verlieren. Ein Charakter, den ich bis zum Schluss bestimmt am wenigsten einschätzen konnte. Immer wieder verunsicherte mich der Brennende mit seinen Handlungen und oftmals, habe ich mir echt gewunschen, dass ihm Leovel mal zeigt, was sie als Schwerttochter so alles kann. Bis zum Ende bin ich nicht so wirklich “warm” mit ihm geworden und dass, obwohl er ein Brennender ist (da sollte das doch eigentlich selbstverständlich sein oder?). Daher bin ich auch mit dem Finale der Geschichte nicht ganz so zufrieden.

Zwar fiel mir der Einstieg in die Geschichte etwas schwer, doch dieses lag keinesfalls am Schreibstil der Autorin Irene Euler. Dieser ist nämlich wunderbar ausgereift, flüssig und angenehm zu lesen. Mit lebhaften Beschreibungen, schafft sie es, die für die Geschichte passende Atmosphäre zu schaffen und so ihre Leser auf eine aufregende Reise mitzunehmen. Durch das Misstrauen, das die Protagonistin auch in den Lesern schürt, wird es zu keiner Sekunde langweilig. Immer wieder fand ich mich in wilden Verschwörungstheorien, die ich jedoch nach wenigen Seiten wieder über den Haufen werfen musste, da neue Informationen an das Tageslicht kamen.
Die einzelnen Charaktere sind wunderbar ausgearbeitet und ich finde es bemerkenswert, dass sich die Autorin geraut hat, mit ihren Protagonisten mal in eine ganz andere Richtung zu gehen. Doch gerade das, hebt das Buch von anderen hervor und macht es, zu einer besonderen Geschichte.

Das gleißende Band ist eine wirklich spannende Geschichte, die fernab von verwöhnten Prinzessinnen und typischen Helden, mit Leovel eine ganz andere Richtung einschlägt. Für mich ein absolut lesenswertes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der mal etwas anderes lesen will.


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