[Rezension] Sternenscherben – Teresa Kuba

Klappentext:

Mein Name ist Nora Stars und ich gehöre zur Elite des perfekten Systems. Unter meiner Haut sitzt ein Chip, der verhindert, dass ich eine der letzten Städte der Erde verlasse, denn außerhalb leben die Outsider. Wertlose Menschen, die ohne den Schutz der Stadt wahnsinnig wurden.
Ausgebildet zur Kämpferin, werde ich alles für das System tun. Aber ich bin anders, denn mein Haar ist nicht blond wie das der meisten Privilegierten, es ist pechschwarz. Und obwohl alle meine Erinnerungen vor meinem 18. Lebensjahr gelöscht wurden, erscheinen in meinen Träumen Bilder aus einem längst vergangenen Leben – einem Leben außerhalb der Stadt.

Meine Meinung: 

Gleich bei der Veröffentlichung des Covers von “Sternenscherben” wusste ich, dass das Buch unbedingt bei mir einziehen muss – es ist ja auch einfach wunderschön. <3 Seit es aber in meinem Bücherregal ist, musste es dennoch etwas Zeit auf meinem SuB verbringen, da immer wieder andere dazwischen kamen. Dieses Monat, habe ich mir aber endlich mal die Zeit genommen die Geschichte von Teresa Kuba zu lesen. 🙂

Wie oben schon erwähnt bin ich einfach hin und weg vom Cover. Die Blautöne wurden total harmonisch gewählt und ich war schon von Beginn an, in dieses wunderschöne Auge verliebt. Das Cover wirkt etwas düster und der Inhalt der Geschichte lässt sich nicht wirklich erahnen, was mich aber gleich neugierig auf den Inhalt gemacht hat. Für mich ist es ein ganz besonderes Schmuckstück, bei dem es fast zu schade ist im Regal zu stehen. 😉

Nora gehört zu den Privilegierten. Dies ermöglicht ihr zwar ein Leben, in dem es ihr an nichts fehlt, doch es werden auch sehr viele Erwartungen an sie gestellt. Sie und die anderen sind dafür verantwortlich, den Schutz der Stadt aufrecht zu erhalten und kommende Bedrohungen abzuwehren.
Doch Nora ist anders als die anderen. Nicht nur ihr pechschwarzes Haar hebt sie, im Reich der Elite, von anderen ab, auch die Tatsache, dass der Gehirnscan nicht all ihre Erinnerungen an ihre Vergangenheit löschen konnte, macht sie besonders. Immer wieder bekommt sie Flashbacks, die sie nicht einordnen kann. Ihr wurde gelernt, dass das System perfekt ist, das jeder das kriegt was er braucht, doch es setzen sich immer mehr Zweifel in ihrem Kopf fest. Immer wieder fragt sie sich weshalb das System so ist wie es ist und wer sie wirklich ist.

(c) Drachenmond Verlag

»Dient ihr dem System, dient ihr der Menschheit und somit euch selbst! Eure Erinnerungen habt ihr aufgegeben, euer Leben habt ihr in unseren Dienst gestellt, seht zu, dass euer Herz für das neue System schlägt. Das perfekte System des Friedens und der Zukunft. Lasst euch durch nichts ablenken. Seid tapfer, und vor allem seid mutig! Von nun an seid ihr nicht mehr ihr selbst, gebt euch selbst auf!«

Die junge Nora konnte mich zu Beginn nicht wirklich von sich überzeugen, obwohl ihr Handeln, in ihrer Situation verständlich war. Dennoch war sie mir zu leichtsinnig und glaubte alles was man ihr erzählte. Sie zweifelte das System zu keiner Sekunde an und vertrat fest die Meinung, dass Wertlose und Außenseiter viel weniger wert sind als die Privilegierten. Im Laufe der Zeit wurde sie mir jedoch besonders durch Darian etwas sympathischer. 😉 Er säte Zweifel in der jungen Frau und öffnete ihr die Augen für die Wahrheit. Hier zeigte sich schnell wie viel Mut und Selbstlosigkeit wirklich in Nora steckte und wie groß ihr Gerechtigkeitssinn ist. Diese Verwandlung ließ sie viel menschlicher wirken und brachte mir sie um einiges näher.
Im Gegensatz zu Nora, war Darian mir vom ersten Satz an sympathisch. <3 Der zu Beginn etwas jähzornig wirkende junge Mann, ist wie Nora auch ein Privilegierter. Doch hinter seiner Fassade versteckt sich so viel mehr. Mit seinem komischen Verhalten weckt er die Neugierde von Nora und bringt sie so dazu sich Gedanken über das System zu machen. Seine nachdenkliche und fürsorgliche Art, waren ein totaler Kontrast zu seiner harten Schale die er zum Schutz um sich aufgebaut hatte.

Dann holte er in einer einzigen geschmeidigen Bewegung einen Apfel hervor und drückt ihn mir in die Hand. »Dein Magenknurren lockt ja sogar die Outsider an. Das System sagt ein Einzelner ist nicht wichtig. Blöd nur, wenn du gerade der Einzelne bist, der Hunger hat. Denk mal darüber nach«, sagt Darian.

Durch die flüssige und frische Schreibweise von Teresa Kuba fiel es mir sehr leicht, in die von ihr erschaffen Welt einzutauchen. Ihre lebhaften Beschreibungen brachten mir die Umgebung sehr nahe und ich konnte mir die Situationen problemlos vorstellen. 🙂 Mir war schnell klar, in welchem Gefängnis sich die Menschen befanden und wie die grenzenlose Kontrolle, jeden einzelnen von ihnen früher oder später zerstören würde.
Trotz der tollen Grundidee, die jede Menge Potential hat, konnte mich die Story jedoch nicht vollends begeistern. Zwar war es immer wieder spannend, doch durch die sprunghaften Übergänge zwischen den Kapiteln, ging auch vieles davon verloren. Der Verlauf war mir an einigen Stellen zu schnell, wodurch ich schlecht zu den Protagonisten durchdringen konnte und ihnen nur schwer nahe kam. Leider konnte mich auch das Ende der Geschichte nicht ganz zufriedenstellen. Meiner Meinung nach ging es auch hier um einiges zu schnell und man hätte dies wohl etwas “runder” zu Ende bringen können, was ich etwas schade finde.

Trotz des einfach umwerfenden Covers und der wirklich tollen Grundidee, konnte mich die Geschichte von Teresa Kuba nicht so sehr begeistern wie erwartet. Mir fehlte die Nähe zu den Protagonisten und einige Stellen hätten deutlich länger sein dürfen. Dennoch ist es ein gutes Buch für zwischendurch, das einem die Abgründe der Menschen aufführt und einem mit seinem Inhalt noch etwas länger im Gedanken bleibt. 😉

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