[Rezension] Entflammtes Erbe – Saskia Stanner

 

Klappentext:

Die Geschwister Joe und Lexi hatten ihre Zukunft genau geplant. Zum Studieren an die Westküste, weg von der Familie. Doch es kommt alles anders und ein grausamer Autounfall reißt Lexi aus dem Leben ihres Bruders.
Zwei Jahre nach dem Tod seiner Schwester hat sich Joe’s Leben langsam wieder normalisiert. Doch, als hätte er mit seiner Trauer nicht schon genug zu kämpfen, tauchen in Boston Menschen auf, die in Flammen aufgehen, ohne zu sterben, und versetzen die Bewohner in Angst und Schrecken. Die Medien sind voll von den mysteriösen Flammenmenschen, deren Herkunft sich keiner erklären kann.
Eine Frage, die von seiner kleinen Schwester eigentlich nur scherzhaft gemeint war, setzt sich in Joe’s Kopf fest: Was, wenn Lexi gar nicht gestorben ist, sondern auch zu einem Flammenmenschen wurde?

Meine Meinung:

Als ich das Cover von „Entflammtes Erbe“ zum ersten Mal gesehen habe, wusste ich sofort, dass ich es unbedingt lesen will. Doch nicht nur das, auch der Klappentext versprach eine ganz besondere Geschichte, abseits  von allem was man derzeit zu lesen bekommt. Vielen Dank an Hawkify Books für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

(c) Hawkify Books

Wie bereits erwähnt, konnte mich das Cover sofort in seinen Bann ziehen. Zwar finde ich das Pink für meinen Geschmack etwas zu grell gewählt, aber es lässt das Buch definitiv hervorstechen und zu einem Hingucker werden. Schön und vor allem harmonisch finde ich auch das nur zwei Farben gewählt wurden, so wirkt es nicht zu überladen und edel.

Von einer Sekunde auf die andere war sie nicht mehr da und das obwohl sie noch ihr ganzes Leben vor sich hatte. Nach dem tragischen Unfalltod seiner Schwester Lexi, stürzt Joe in ein tiefes Loch. Beide waren immer unzertrennlich und hatten ihre Zukunft bereits geplant, doch das Schicksal wollte es anders.
Auch Jahre nach dem Tod seiner über alles geliebten Schwester, fühlt Joe immer noch den Schmerz des Verlustes und ist froh seine Freundin an seiner Seite zu wissen, die mit ihm durch diese schwierige Zeit ging. Der junge Protagonist hat einen wahnsinnig liebenswerten Charakter und man spürt die Liebe zu seiner Familie in jeder Zeile. Wie auch die anderen Charaktere wirkt er absolut authentisch und ich konnte mich sofort in ihn hineinversetzen. Man spürt das starke Band zwischen ihm und Lexi und möchte ihm am liebsten Helfen, einen Teil seiner Ängste fallen zu lassen. Einzig und allein seine Überfürsorglichkeit machte mir etwas zu schaffen. Teilweise wirkte es etwas übertrieben und komplett einengend.

Sie war tot. Ich hatte ihre Urne gesehen, war an ihrem Grab gestanden. Menschen konnten keine Phönixe werden. Wie sollte das überhaupt funktionieren? Durch Verbrennen? Blutrausch? Das war doch kompletter Blödsinn.

Das etwas distanzierte Gefühl, dass ich bei Joe hatte kam bei Lexi überhaupt nicht auf. Ihre Beweggründe mögen zwar auf den ersten Blick etwas egoistisch wirken, doch auch sie liebt ihre Familie über alles. Ihre wissbegierige und offene und vielleicht auch leichtsinnige Art, ist ein Gegenpol zu Joe und so ergänzen sich die beiden perfekt.

Durch den flüssigen Schreibstil und die ausführlichen Beschreibungen, konnte ich mich sehr schnell in die Geschichte einfinden. Man konnte sich alles genau Vorstellen und besonders die Flammenmenschen hatten sofort mein Interesse geweckt. Hier hätte ich gerne mehr erfahren und wäre gerne tiefer in deren Geheimnisse eingetaucht. Besonders gut gefiel mir, dass die Autorin Saskia Stanner die Liebesbeziehungen in den Hintergrund wandern ließ und die Familienbande hervorhob. Dies macht das Buch für mich besonders lesenswert, da es in anderen Büchern öfters untergeht. Man konnte mit jeder Zeile fühlen, wie stark die Verbindung zwischen den einzelnen Familienmitgliedern ist und es ließ sich erkennen, dass sie alles füreinander tun würden.
Jedoch plätscherte für mich die Geschichte etwas zu sehr dahin. Zwar kam hin und wieder etwas mehr Spannung auf, doch ich vermisste es, wirklich mitgerissen und überrascht zu werden. So konnte die Geschichte mich leider nicht ganz so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.

Trotz einiger Schwachstellen konnte „Entflammtes Erbe“ mich besonders durch seinen Fokus auf die Familie für sich gewinnen. Es ist eine schöne Geschichte mit jeder Menge Gefühl und schön ausgearbeiteten Charakteren, die perfekt für zwischendurch ist.

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