[Rezension] Die Steine der Götter: Götterfeuer – Julian Kappler

 

Klappentext:

Zusammen mit dem weisen Magier Derio und der bildschönen Kriegerin Esme hatte Gero es hinter die prunkvollen Mauern der legendären Magierstadt Talunis geschafft. Hier gilt es, weitere mysteriöse Artefakte zu finden, die sogenannten Steine der Götter. Doch die Stadtmauern bieten wenig Schutz vor Schwarzmagiern und Dämonen, die ebenfalls hinter den Edelsteinen her sind, denen man göttliche Macht zuschreibt. Planen die Diener des dunklen Gottes S’zaroz vielleicht sogar einen Angriff auf die Stadt?
Werden sich die geheimnisvollen Prophezeiungen der zehn Kirchen bewahrheiten und die Anhänger der zehn Götter siegen oder werden Orks und die Mächte des Bösen im aufziehenden Krieg die Oberhand behalten? Auch die dritte Macht, der geheime Rat der Grauen, beginnt sich in das Schachspiel zwischen Gut und Böse einzumischen…

Meine Meinung:

Da ich mir für diesen Winter vorgenommen habe, meine angefangenen Reihen zu beenden, stand gleich als erstes der zweite Teil von Die Steine der Götter von Julian Kappler auf dem Plan. Eine Reihe bei der ich anfangs meine Schwierigkeiten hatte, aber ich war dennoch neugierig, wie es mit den drei Helden weitergeht.

(c) Julian Kappler

Wie schon das Cover des ersten Buches, finde ich auch das von Götterfeuer echt ziemlich gelungen. Es passt sehr gut zu seinem Vorgänger und spiegelt den Inhalt der Geschichte einfach perfekt wider. Besonders ins Auge, stechen mir auch hier wieder die verschnörkelten Elemente am Rand des Cover, die ihm einen schönen Abschluss verleihen.

»Wenn du nicht, versuchst, nach den Sternen zu greifen, wirst du sie auch niemals in der Hand halten können«, murmelte Gero leise. Als der junge Krieger merkte, wie sich die fragenden Blicke seiner Gefährten auf ihn richteten, setzte er zu einer Erklärung an. »Das hat meine Großmutter immer gesagt. Und ich denke, jetzt verstehe ich wirklich, was sie damit meinte.« Er kratzte sich an einer seiner mit Bartstoppeln bedeckten Wangen, während er nach den rechten Worten suchte. »Wir müssen manchmal auch das scheinbar Unmögliche versuchen. Nur dann haben wir die Chance unsere Ziele, unsere Träume zu erreichen.«

Immer noch lastet auf den Schultern von Gero, Esme und Derio eine schwere Last. Um die finsteren Pläne der Diener S’zaroz zu vereiteln, müssen sie so schnell wie möglich an die letzten Steine der Götter herankommen, um so, den bevorstehenden Krieg für sich zu entscheiden. Doch auch ihre Feinde schlafen nicht. Denn die, auf sie angesetzten Schwarzmagier verfolgen sie beinahe auf Schritt und Tritt und bringen die drei Helden mehr als einmal an ihre Grenzen.
In diesem Teil der Reihe, werden dem Leser die einzelnen Charaktere noch einmal, um einiges näher gebracht und besonders Derio, konnte bei mir doch etwas mehr Ansehen gewinnen als im ersten Teil. Der anfangs sehr besserwisserische und einnehmende Magier, ließ im Buch immer wieder seine väterliche Seite durchblicken, die mir sehr sympathisch war. Zwar konnte ich an manchen Stellen trotzdem nur den Kopf über ihn schütteln, aber charakterlich gefiel er mir um vieles besser als bei Band 1.
Auch zu Gero und Esme konnte ich eine noch tiefere Verbindung, als im ersten Band aufbauen und ihre Handlungen wurden authentischer und nachvollziehbarer. Zwar hätte ich mich hin und wieder über noch etwas mehr Hintergrundinformation über die Charaktere gefreut, aber vielleicht wartet die noch in den folgenden Büchern. Besonders Gero habe ich wirklich ins Herz geschlossen. Seine positive und lockere Art brachten mich mehr als einmal zum Lachen und auch seine kleinen Wutanfälle, sind einfach herrlich amüsant und bringen jede Menge Leichtigkeit in die Geschichte. In ihm konnte ich auch die größte Entwicklung ausmachen, was mir sehr gut gefiel. Er lernt zu sich und seiner Vergangenheit zu stehen und nimmt sich als das was er ist. Der Schmied. Gerade diese Entwicklung ließ ihn sehr interessant werden und ich hoffe, er schafft es auch noch in den letzten beiden Bänden mich zu überraschen.

Da mir Julians Schreibstil mittlerweile bekannt ist, konnte ich einen leichten Einstieg in die Geschichte finden und verlor mich sofort wieder im Abenteuer der drei Helden. Man merkt deutlich, dass sowohl im Stil des Autors als auch im Umgang mit seinen Charakteren eine deutliche positive Veränderung im Vergleich zum ersten Band stattfand. Die Charakteren wirken etwas “runder”, wodurch sie auch sympathischer werden und man mehr mit ihnen mitfiebern kann. Jedoch ist auch hier noch Spiel nach oben, da mir teilweise die Gefühlswelt zu wenig angeschnitten wurde und mir das Zwischenmenschliche zwischen den einzelnen Protagonisten fehlte.
Sehr schön und gelungen fand ich hingegen die Beschreibungen, die mir die Städte und anderen Orte wirklich sehr nahe brachten und real wirken ließen. Hier konnte ich mich wirklich verlieren und fühlte mich, als würde ich mit den Dreien durch die Städte wanderen.
Auch wenn Julian Kappler es immer wieder schafft die nötige Spannung in das Abenteuer zu bringen und so seine Leser bei Laune zu halten, fehlte mir dennoch die gewisse Grundspannung in der Story, die mich dazu veranlasst, das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können. Zwar waren einzelne Szenen immer sehr spannungsreich, doch zwischendurch gab es immer wieder Einbrüche, die mich das Buch beiseite legen ließen.

Auch wenn Julian Kappler noch Spiel nach oben hat, konnte er mich mit dem zweiten Teil seiner Reihe weitaus mehr fesseln, als mit dem ersten Buch. Die Entwicklung der Charaktere, sowie auch des Schreibstils, lassen das Abenteuer ausgefeilter wirken und die wundervollen Beschreibungen tun ihr übriges. Ich bin schon sehr gespannt auf den dritten Teil der Reihe und werde ihn bestimmt demnächst lesen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.