[Rezension] Die Hüterin der Farben – L.J. Pyka

 

Klappentext:

Mit gerade einmal 17 Jahren hat Haley alles verloren: Ihre Eltern sind tot, und sie muss ihre Freunde ebenso verlassen, wie ihre Heimat New York.
Doch bei ihrer Tante Helen wird das Leben nicht besser. Die junge Schülerin findet keinen Anschluss und zieht sich immer mehr zurück. Bald ist ihr Alltag nur noch von tristen Gedanken geprägt, die eines Tages Realität werden.
Denn plötzlich erwacht Haley in der grauen Welt von Zirkonia. Hier gibt es keine Farben, keine Freude – Nichts. Nur die graue Maus Tabby, von der Haley erfährt, dass sie erst wieder in ihr altes Leben zurückkehren kann, wenn sie alle Farben wiedergefunden hat.

Meine Meinung:

Nachdem ich das Cover und den dazugehörigen Klappentext das erste Mal gesehen habe, stand sofort der Beschluss fest, dass das Buch unbedingt bei mir einziehen muss. Der Klappentext machte mich sofort neugierig auf die Geschichte und das auffallende Cover tat sein Übriges. Vielen Dank an Hawkify Books für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars!

(c) Hawkify Books

Wie bereits erwähnt ist das Cover ein totaler Hingucker, der einem im wahrsten Sinn des Wortes, sofort ins Auge sticht. Die schwarz-weiße Grundierung lassen das, in bunten Farben erleuchtete Auge hervorstechen und besonders schön finde ich es, dass sich die Farben auch in dem Titel widerfinden. Einzig und allein den Verlauf der bunten Gestaltung, hätte man meiner Meinung nach, etwas harmonischer mit dem düsteren Hintergrund verbinden können.

„Haley, hast du es denn noch nicht begriffen? Du kannst nicht zurück! Du bist jetzt hier in Zirkonia und so wie ich das sehe, kann es nur einen Grund dafür geben, dass man dich hierhergeschickt hat. Du bist hier, um die Farben zurückzuholen!“

Haleys Welt ist stehen geblieben. Durch den Tod ihrer Eltern, muss sie gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Sam zu ihrer Tante, die sie schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hat, ziehen. Sie fühlt sich allein und weiß nicht mehr, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, einzig und allein ihr Bruder gibt ihr in dieser schweren Zeit halt.
Trotz aller Bemühungen ihrer Tante, ist Haley tief in ein schwarzes Loch, voller Bitterkeit und Kälte, versunken. Sie versucht zwar stark zu wirken, doch in ihr sieht es komplett anders aus. Obwohl sehr viele Emotionen um das junge Mädchen kreisen, konnte ich keinen wirklich engen Draht zu ihr aufbauen. Besonders anfangs machte sie sich bei mir ziemlich unbeliebt, was sich aber im Laufe der Geschichte beinahe zur Gänze legte.
Als sie nach unzähligen unheimlichen Alpträumen plötzlich in Zirkonia landet, stellt sich ihr Leben abermals vollkommen auf den Kopf. In dieser Welt, die nur aus Grautönen besteht, soll gerade sie, deren Leben seit dem Tod ihrer Eltern nur noch schwarz-weiß ist, die Farben zurückbringen. Haley muss über sich hinauswachsen und lernen, dass so schwer das Leben auch ist, es immer Hoffnung gibt und die Kunst im Leben darin besteht, vergeben zu können und die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Die anfänglichen Schwierigkeiten mit Haleys Persönlichkeit legten sich von Seite zu Seite immer mehr und besonders in Zirkonia, konnte man eine starke Entwicklung erkennen. Sie fing an sich selbst und ihren Fähigkeiten zu vertrauen und endlich wieder Hoffnung zu schöpfen.
Besonders angetan hat es mir die kleine Maus Tabby. Ihre kecke und vorlaute Art brachte mich immer wieder zum Schmunzeln und war wohl genau das, was Haley in ihrer Situation brauchte. Das verfressene Tierchen zeigte Haley, dass man, auch wenn eine Sache aussichtslos erscheint, den Kopf nicht in den Sand stecken sollte und zuversichtlich in die Zukunft blicken sollte.

Und wenn ich nicht fliehen kann, vielleicht sollte ich dann versuchen, zu kämpfen? Denn ist Kämpfen nicht das, was wir im Leben lernen müssen? Liegt der Zauber des Lebens vielleicht in den Siegen, die wir daraus für uns erringen? Ich weiß es nicht. Aber was ich weiß, ist, dass ich nicht aufgeben sollte.

Der Schreibstil der Autorin, L.J. Pyka gefiel mir sehr gut. Ihre jugendliche und frische Schreibweise, ließ mich gut vorankommen und durch die bildhaften Beschreibungen wurde Zirkonia vor meinem inneren Auge lebendig. Man merkte sehr schnell, dass besonders in Haley sehr viel Herzblut gesteckt wurde und die Protagonistin so, total authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar wurden.
Da ich doch etwas anderes von der Geschichte erwartet hatte, hat sie mich vollkommen überrascht. Großteils fand ich diesen Überraschungseffekt zwar sehr aufregend, doch gerade im ersten Drittel des Buches, habe ich ungeduldig auf die Haupthandlung und die fantastischen Elemente gewartet.

Alles in allem konnte mich L.J. Pyka mit ihrer Geschichte echt überraschen und mich mit ihrem Schreibstil für sich gewinnen. Das Buch vermittelt eine sehr schöne Message und regt auch noch im Nachhinein zum Denken an. Besonders durch diesen Effekt konnte es, trotz der eher spärlichen Fantasy-Elemente und der zu Beginn etwas unsympathischen Protagonistin bei mir punkten.

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